Unsere Geschichte

Angenehmes Wohnen hat Tradition

Große Wohnungsnot wie in anderen Städten herrschte Ende des 19. Jahrhunderts in Münster nicht. Dennoch hatten es Unter- und Mittelbeamte schwer, eine für sie bezahlbare gute Wohnung zu finden. Um die Wohnungsversorgung zu verbessern, gründeten 56 Beamte daher 1893 den Beamten-Wohnungs-Verein zu Münster. Bereits fünf Monate später erwarb die Genossenschaft ihr erstes Gebäude – ein Drei-Familien-Haus in der Frie-Vendt-Straße. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs wuchs ihr Wohnungs- und Mitgliederbestand kontinuierlich – 1899 gehörten dem Beamten-Wohnungs-Verein bereits 212 Mitglieder an.

In den zwanziger Jahren erlebten Wohnungsgenossenschaften in Deutschland einen Gründungsboom. Der Grund: Sie wurden vom Staat als Träger des sozialverträglichen Wohnungsbaus anerkannt und entsprechend gefördert. Die Bautätigkeit expandierte. 1931 besaß der Beamten-Wohnungs-Verein bereits 779 Wohnungen. Unter den 1.168 Mitgliedern waren inzwischen auch zahlreiche Nicht-Beamte – das „Beamten-Monopol“ war zunehmend lockerer gehandhabt worden. 1939 wurde das denn auch durch eine Namensänderung dokumentiert.

In der Zeit des Nationalsozialismus blieb auch der Wohnungsverein wie die gesamte Wohnungswirtschaft von der so genannten Gleichschaltung nicht verschont. Die Neubautätigkeit kam in den Vorkriegsjahren praktisch zum Erliegen. Im 2. Weltkrieg waren bei jedem Luftangriff auf Münster auch Häuser des Wohnungsvereins Ziel der Bomben. Hundert Gebäude mit 279 Wohnungen wurden völlig zerstört, 252 Häuser mit 594 Wohnungen erheblich beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte mehr als ein Jahrzehnt: Erst 1959 war das letzte Trümmergrundstück wieder bebaut.

Mit wachsendem Wohlstand wuchsen auch die Ansprüche an das Wohnen. Durch Neubau und Ankauf hat der Wohnungsverein seinen Wohnungsbestand laufend erweitert. Heute umfasst er 1.894 Wohnungen in 387 Häusern, deren Lage und Ausstattung den Anforderungen eines qualitativ guten und angenehmen Wohnens zu vernünftigen Preisen gerecht wird. Diesen Bestand den sich wandelnden Bedürfnissen seiner Mitglieder immer wieder anzupassen, ist eine der zentralen Aufgaben des Wohnungsvereins – heute und morgen.